Weitere Mendelssohn-Entdeckungen im Konzert am 6. Februar
Im |:Mendelssohn:|-Konzert am 6. Februar führten die Ensembles der Stiftsmusik Stuttgart - das solistensemble stimmkunst und die Stiftsphilharmonie Stuttgart - Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy auf, die selten aufgeführt werden. Umso spannender war es für die mehr als 400 Zuhörer:innen, die Werke im Konzert zu entdecken und mit dem Magnificat unter anderem ein Jugendwerk des Komponisten zu hören, das späten Psalmvertonungen gegenübergestellt wurden.
Dabei ist erstaunlich, wie geschlossen und dicht die Vertonung des Magnificats klingt, obwohl Mendelssohn sie mit gerade einmal 13 Jahren im Rahmen seines Kompositionsunterrichts schrieb. Deutlich zu spüren ist das Vorbild Johann Sebastian Bach, unter anderem, da das Werk von einer starken Kontapunktik geprägt ist, bei der die Stimmen rhythmisch eigenständig geführt und miteinander verwoben werden. Davon löste sich Mendelssohn in seinen späteren Werken, unter anderem den festlichen Vertonungen der Psalmen 98 und 114 und einer sehr ausdrucksstarken Kantate über den Choral O Haupt voll Blut und Wunden. Diese sind lyrischer und deuten den geistlichen Text unmittelbar aus, ohne sich dabei ganz vom Vorbild Bach zu lösen. Im Salve Regina für Sopran und Streichorchester wird in einer innigen Melodie der lyrische Ton besonders deutlich, während in den anderen Spätwerken Solist:innen und Passagen für bis zu achtstimmen Chor in einen Wechsel treten.
Stiftskantor und Dirigent Kay Johannsen berichtet im Podcast StiftsMusikWissen über seine Sicht auf die Werke des Konzerts:
Die Kompositionen von Felix Mendelssohn sind ideal geeignet für die 16 Profi-Sänger:innen des solistenensemble stimmkunst, die im Konzert am 6. Februar sowohl die Solo- als auch die Chorpassagen der Werke übernahmen und sowohl mit ihrem warmen Chorklang als auch mit den Einzelstimmen in den Solopassagen gemeinsam mit der Stiftsphilharmonie Stuttgart musizierten.
Ein Mitschnitt des Konzertes wird in Kürze auf dem YouTube veröffentlicht:
